Eine klinische Meldepflicht besteht derzeit dementsprechend nur in Sachsen und nur für Meningitis-Fälle. In den übrigen Bundesländern ist die Surveillance invasiver Infektionen freiwillig (Pneumoweb, Nationales Referenzzentrum für Streptokokken an der RWTH Aachen). Von unserem Labor werden – wenn möglich – alle Isolate aus Blutkulturen und Liquores in die Pneumoweb-Datenbank eingepflegt sowie an das Nationale Referenzzentrum verschickt.
Pneumokokken-Infektion
Konjugatimpfstoffen werden Zuckerkapselstücke der Bakterien an Trägerproteine (Eiweiße) gekoppelt – konjugiert. Konjugatimpfstoffe haben den Vorteil, dass Sie wegen des Trägerproteins einen stärkeren Immunantwort auslösen können. Erreger Pneumokokken (Streptococcus pneumoniae) sind Bakterien, die von einer Polysaccharidkapsel (Zuckerkapsel) umgeben sind.
Es enthält Gene, die für Kapselproduktion, Antibiotikaresistenz und verschiedene Virulenzfaktoren wie Pneumolysin und Autolysin codieren. Genetisch bemerkenswert ist ihre Fähigkeit zur natürlichen Kompetenz, das heißt, sie können freie DNA aus ihrer Umgebung aufnehmen und integrieren. Dies ermöglicht die schnelle Anpassung an veränderte Umweltbedingungen und die Entwicklung von Antibiotikaresistenzen, was sie zu einem klinisch relevanten Pathogen macht. Außerdem haben Pneumokokken eine hohe Variabilität https://forestarrowcasino.com/de/ in ihren Kapselpolysacchariden, was zu vielen Serotypen führt. Pneumokokken, wissenschaftlich als Streptococcus pneumoniae bekannt, sind grampositive, kapseltragende Bakterien aus der Familie der Streptococcaceae.
Diese äußert sich beispielsweise durch eine schmerzhafte Schwellung, Fieber und vermindertes Hörvermögen. Es können jedoch auch unspezifische Beschwerden wie Kopf- oder Bauchschmerzen auftreten. Eine häufige Komplikation der Mittelohrentzündung ist die Mastoiditis.
Nasennebenhöhlenentzündung durch Pneumokokken
Besonders für immungeschwächte oder ältere Menschen (etwa die Großeltern) kann dies gefährlich werden, da sie ein erhöhtes Risiko für invasive Pneumokokken-Infektionen haben. Ansonsten gesunde Menschen überstehen eine Pneumokokken-Infektion in der Regel ohne Komplikationen. Säuglinge und Kleinkinder, aber auch immungeschwächte und ältere Personen ab 60 Jahren haben dagegen ein erhöhtes Risiko, durch Pneumokokken schwer zu erkranken.
Eine spontane Pneumokokkenperitonitis tritt meistens bei Patienten mit Zirrhose und Aszites auf, ohne spezifische Zeichen, die diese von einer spontanen bakteriellen Peritonitis anderer Ursache abgrenzen. Pneumokokken besiedeln häufig den menschlichen Respirationstrakt, insbesondere im Winter und frühen Frühling. Die Behandlung hängt vom Resistenzprofil ab und umfasst entweder ein Betalaktam, ein Makrolid, ein respiratorisches Fluorchinolon, ein Pleuromutilin oder manchmal Vancomycin.
Pneumokokken-Infektion: Behandlung
Eine akute Otitis media bei Kleinkindern (nach der Neugeborenenphase) und Kindern wird in ca. Nach der allgemeinen Immunisierung von Säuglingen in den Vereinigten Staaten ab dem Jahr 2000 haben sich die Serotypen von S. Pneumoniae (insbesondere Serotyp 19A, der im ursprünglichen protein-konjugierten Pneumokokken-Impfstoff nicht enthalten war) zu den häufigsten Pneumokokken-Ursachen für akute Otitis media entwickelt. Für die Grundimmunisierung von Säuglingen und Kleinkindern bis zum Alter von 24 Monaten werden von der Ständigen Impfkommission beim Robert Koch-Institut (STIKO) sogenannte Konjugat-Impfstoffe empfohlen.
Pneumokokken akute Otitis media
Bei der Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) treten Fieber und Kopfschmerzen auf, die Nebenhöhlen sind vereitert. Bei Säuglingen, Kleinkindern, älteren Menschen und Personen mit chronischen Grundleiden können sie besonders gefährlich werden. Die Infektion mit Streptococcus pneumoniae erfolgt meist durch Tröpfcheninfektion, v.a. Ausgehend von einem infizierten Fokus im kolonisierten Nasen-Rachen-Raum. Schätzungsweise sterben in Deutschland pro Jahr mehr als 5.000 Menschen an einer Pneumokokken-Infektion. Zehn Prozent aller Todesfälle von Kindern im Alter von einem Monat bis fünf Jahren sind weltweit auf Pneumokokken zurückzuführen.
Pneumokokken: Risikofaktoren
Bei Kindern unter fünf Jahren sind Pneumokokken die zweithäufigste Ursache bei akuten bakteriellen Hirnhautentzündungen. Auch für Personen, die ein erhöhtes Infektionsrisiko haben (z. B. durch eine bestehende Grunderkrankung), ist eine Pneumokokken-Impfung sinnvoll. Die Impfstoffe schützen vor einer Infektion mit denjenigen Pneumokokken-Varianten, die in Europa am häufigsten zu Erkrankungen führen. Das Risiko für eine schwere invasive Pneumokokken-Erkrankung ist altersabhängig. Kinder in den ersten beiden Lebensjahren und ältere Menschen sind besonders gefährdet.
